Brauche ich einen Energieberater für die Förderung?

Ob Sie für eine Förderung einen Energieberater benötigen, hängt davon ab, welche energetische Maßnahme Sie planen und welches Förderprogramm genutzt werden soll. In vielen Fällen ist ein Energieberater nicht nur sinnvoll, sondern Voraussetzung, damit Fördermittel überhaupt beantragt werden können. Gemeint ist dabei meist ein zugelassener Energieeffizienz-Experte, der die Planung prüft, technische Anforderungen bestätigt und die Fördermaßnahme fachlich begleitet.

Besonders wichtig ist ein Energieberater bei Maßnahmen an der Gebäudehülle. Dazu gehören zum Beispiel die Dämmung der Fassade, die Dachdämmung, die Dämmung der Kellerdecke oder der Austausch von Fenstern und Außentüren. Solche Maßnahmen werden häufig über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert. Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle liegt der Grundfördersatz aktuell bei 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Außerdem gilt ein Mindestinvestitionsvolumen von 300 Euro brutto.   Damit diese Förderung korrekt beantragt werden kann, müssen technische Mindestanforderungen eingehalten und nachgewiesen werden. Genau hier kommt der Energieberater ins Spiel.

Ein Energieberater prüft, ob die geplante Sanierung förderfähig ist und ob die Ausführung energetisch sinnvoll geplant wurde. Er erstellt oder unterstützt bei den notwendigen Nachweisen, begleitet die Antragstellung und achtet darauf, dass die Maßnahme zu den Vorgaben des Förderprogramms passt. Das ist wichtig, weil Fördermittel in der Regel beantragt werden müssen, bevor Aufträge verbindlich vergeben oder Arbeiten begonnen werden. Wer zu früh startet, kann den Anspruch auf Förderung verlieren.

Auch beim individuellen Sanierungsfahrplan, kurz iSFP, ist ein Energieberater notwendig. Der Sanierungsfahrplan zeigt Schritt für Schritt, wie ein Gebäude energetisch verbessert werden kann. Er ist besonders sinnvoll, wenn nicht alles auf einmal saniert werden soll, sondern die Modernisierung über mehrere Jahre geplant wird. Die Energieberatung für Wohngebäude wird aktuell mit 50 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars bezuschusst, maximal 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 850 Euro bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten.

Ein weiterer Vorteil: Ein individueller Sanierungsfahrplan kann sich auch auf die späteren Fördermöglichkeiten auswirken. Bei bestimmten energetischen Maßnahmen kann sich die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben von 30.000 Euro auf 60.000 Euro pro Wohneinheit erhöhen, wenn die Voraussetzungen für den iSFP-Bonus erfüllt sind.   Dadurch kann sich die frühzeitige Einbindung eines Energieberaters finanziell besonders lohnen.

Beim Heizungstausch ist die Situation etwas anders. Die Heizungsförderung für Privatpersonen läuft aktuell über die KfW. Gefördert werden der Kauf und Einbau einer neuen klimafreundlichen Heizung in bestehenden Wohngebäuden. Die KfW nennt dafür einen Zuschuss von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten, abhängig von den jeweiligen Voraussetzungen und verfügbaren Haushaltsmitteln.   Bei der Heizungsförderung kann je nach Vorhaben auch ein Fachunternehmen wichtige Nachweise erstellen. Trotzdem ist ein Energieberater oft empfehlenswert, weil er das gesamte Gebäude betrachtet und nicht nur die neue Heizungsanlage.

Gerade beim Heizungstausch kann eine unabhängige Energieberatung vor teuren Fehlentscheidungen schützen. Denn eine neue Heizung sollte zum Gebäude passen. Wenn ein Haus schlecht gedämmt ist oder hohe Wärmeverluste hat, kann es sinnvoll sein, zuerst die Gebäudehülle zu verbessern oder zumindest die Heizlast genau zu prüfen. Ein Energieberater bewertet, ob die geplante Heiztechnik wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist und ob weitere Maßnahmen die Effizienz verbessern könnten.

Ein Energieberater ist außerdem hilfreich, wenn mehrere Maßnahmen kombiniert werden sollen. Wer zum Beispiel Fenster tauschen, die Fassade dämmen und später eine Wärmepumpe einbauen möchte, sollte die Reihenfolge gut planen. Werden Maßnahmen nicht aufeinander abgestimmt, kann das zu unnötigen Kosten, technischen Problemen oder geringeren Einsparungen führen. Eine Energieberatung sorgt dafür, dass die Sanierung als Gesamtkonzept betrachtet wird.

Zusammengefasst gilt: Für viele Förderungen ist ein Energieberater erforderlich, bei anderen Förderungen zumindest sehr empfehlenswert. Pflicht ist er häufig bei Maßnahmen an der Gebäudehülle, beim individuellen Sanierungsfahrplan und bei vielen technischen Nachweisen im Rahmen der energetischen Sanierung. Beim Heizungstausch können teilweise auch Fachunternehmen eingebunden werden, dennoch bietet ein Energieberater zusätzliche Sicherheit bei Planung, Fördermittelprüfung und Umsetzung.

Wenn Sie sicher wissen möchten, ob Sie für Ihre geplante Maßnahme einen Energieberater brauchen, sollte die Prüfung immer vor Beginn der Sanierung erfolgen. So vermeiden Sie Fehler bei der Antragstellung, erfüllen die Förderbedingungen und nutzen mögliche Zuschüsse bestmöglich. Eine professionelle Energieberatung ist deshalb oft der erste wichtige Schritt, bevor Sie Fördermittel beantragen oder Sanierungsaufträge vergeben.